Warum die Kurse der Kryptowährungen fallen

Nach einer Mitteilung der chinesischen Notenbank bricht der Bitcoin in der Spitze um 25 Prozent ein. Mit dem erneuten Kursrutsch wurden innerhalb von einer Woche Kryptowerte von mehr als 1000 Milliarden Dollar verbrannt.

Die Furcht vor stärkerer Regulierung hat den Markt für Kryptowährungen am Mittwoch drastisch einbrechen lassen. Nach einer Mitteilung der chinesischen Notenbank, wonach Digitalwährungen nicht für Zahlungszwecke verwendet werden dürfen, gaben viele Digitalwerte im Kurs massiv nach. Die Kursverluste bewegten sich bei den wichtigsten Währungen deutlich im zweistelligen Prozentbereich. Selbst für den schwankungsanfälligen Kryptomarkt sind das aussergewöhnlich hohe Verluste.


Die nach Marktanteil grösste Digitalwährung Bitcoin sackte auf der Handelsplattform Bitstamp zeitweilig um etwa 25 Prozent bis auf 30.066 US-Dollar ab. Es ist das niedrigste Niveau seit Ende Januar. Seit dem Rekordhoch von Mitte April bei knapp 65.000 Dollar, als die Kryptohandelsplattform Coinbase ihr Börsendebüt feierte, hat der Bitcoin mehr als die Hälfte seines Wertes verloren. Zuletzt setzte der Bitcoin zu einem Erholungsversuch an und stieg wieder auf mehr als 36.000 US-Dollar.


Sollte sich der Bitcoin in den kommenden Tagen nicht wieder erholen, droht der weltgrößten Kryptowährung im Mai 2021 der erste monatliche Verlust seit mehr als zwei Jahren. Zuletzt hatte Bitcoin im November 2018 auf Monatsbasis nachgegeben.

Die zweitgrößte Digitalwährung Ether geriet noch stärker unter Druck. Sie fiel am Nachmittag um bis zu 40 Prozent bis auf knapp 2000 Dollar zurück. Das Rekordhoch, das erst vor wenigen Tagen bei rund 4350 Dollar markiert wurde, geriet ähnlich klar außer Reichweite wie bei der Nummer eins Bitcoin. Der Dogecoin brach um rund 20 Prozent ein.


China verschreckt Marktteilnehmer

Die chinesische Notenbank veröffentlichte am Mittwoch eine Erklärung, die viele ohnehin verunsicherte Marktteilnehmer zusätzlich verschreckte. Sie stellte klar, dass Kryptowährungen nicht verwendet werden sollten, da es sich nicht um echte Währungen handele. Auch sei es Finanz- und Zahlungsdienstleistern nicht gestattet, Produkte oder Dienstleistungen in Digitalwährungen auszuzeichnen.


Laut Experten handelt es sich dabei im Kern nicht um regulatorische Neuerungen. China ist allerdings schon länger für seine kritische Haltung gegenüber Kryptoanlagen bekannt. Das Land arbeitet deshalb selbst an einer digitalen Variante seiner Landeswährung Yuan und führt bereits erste Feldversuche durch. Unter den großen Volkswirtschaften gilt China als am weitesten fortgeschritten bei der Entwicklung einer Digitalwährung.


Aktie von Coinbase seit Börsengang fast halbiert

Die Aktien der Kryptobörse Coinbase gaben derweil um knapp 5 Prozent nach. Am Tag des Börsengangs von Coinbase Mitte April hatte der Bitcoin sein bisheriges Rekordhoch von rund 65.000 US-Dollar erreicht. Seitdem hat die Cyberdevise rund 44 Prozent nachgegeben, während die Aktien von Coinbase sich seit dem Tag ihres Börsengangs beinahe halbiert haben.


Am Markt ist die Nervosität stark gestiegen. Der drohende Kursverlust auf Monatsbasis sowie der Sturz unter die psychologisch wichtige Marke von 40.000 US-Dollar könne den Abverkauf kurzfristig beschleunigen, hieß es. Nach Einschätzung der US-Bank JP Morgan könnten Bitcoin-Investoren kurzfristig verstärkt in Gold investieren, zumal die wachsenden Inflationssorgen die Nachfrage nach der Krisenwährung Gold verstärken.


Edelmetall statt Bitcoin?

Mit den wachsenden Verlusten in Zeiten steigender Inflation droht der Bitcoin auch seinen Ruf zu verlieren, als möglicher Inflationsschutz zu dienen. Der Marktwert der derzeit rund 9900 Digitalwerte brach am Mittwoch bis auf 1,35 Billionen Dollar ein. Noch vor einer Woche war ein Rekordwert von 2,5 Billionen Dollar markiert worden. Mit anderen Worten: Innerhalb von nur einer Woche sind Werte von mehr als einer Billion Dollar verbrannt worden.


Im März hatten bereits Steuerpläne der USA die Kryptowährung stark unter Druck gesetzt. US-Präsident Joe Biden (78) plant, die Kapitalertragssteuern in etwa zu verdoppeln. Börsianer befürchten, dass dies die Attraktivität von Kryptowährungen als Geldanlage schmälert. In Deutschland ist die Besteuerung von Kryptogewinnen juristisch umstritten.


Auch die jüngsten Tweets von Tesla-Chef Elon Musk (49) trugen zum Kursrutsch bei Bitcoin und Co. bei. Tesla hatte im Januar für 1,5 Milliarden Dollar Bitcoin gekauft. Im jüngsten Geschäftsquartal hatte das Unternehmen für fast 300 Millionen Dollar seiner zuvor gekauften Bitcoins wieder verkauft und daran nach eigenen Angaben rund 100 Millionen Dollar verdient. Zuletzt heizte der Tesla-Chef selbst Gerüchte an, das Unternehmen habe erneut Bitcoin verkauft. Zuvor hatte das Unternehmen erklärt, Tesla werde den Handel mit Bitcoin aussetzen, auch könnten Kunden ihr Auto nicht mehr mit Bitcoin bezahlen. Begründet wurde dies mit dem Energieverbrauch beim Schürfen von Bitcoin.


Aus diesem Grund empfehlen wir, wer trotz allem in Kryptowährungen investieren möchte, sollte zuerst eine gute Strategie planen und erstellen. Und immer nur mit einem Betrag auf den man verzichten kann und die Welt nicht gleich untergeht wen das Geld weg ist. Gehe bei einem Investment immer von einem Totalverlust aus.



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